Schieder-Schwalenberg anno dazumal - kleines Häppchen Geschichte III
Vor 380 Jahren: erster Weihnachtsmarkt in Schwalenberg
Im Dreißigjährigen Krieg hat Schwalenberg
stark gelitten. Um Handel und Wirtschaft zu stärken, hatten der Bürgermeister und der Rat des Fleckens Schwalenberg um die Verleihung von Marktrechten beim Grafen
Simon Philipp zur Lippe gebeten. Graf Simon Philipp zur Lippe war zu diesem Zeitpunkt übrigens erst dreizehn Jahre alt und stand unter der Vormundschaft seines Onkels
Graf Emich von Leyningen-Dagspur. Ohnehin gab es zu der Zeit in Detmold einen Kampf um die Landesherrschaft, der im „lippischen Prinzenraub“ gipfelte. Bei diesem
Prinzenraub ließ die eigene Mutter Graf Simon Philipp zur Lippe zum eigenen Schutz aus Detmold entführen.
Der Vormund Graf Emich von Leyningen-Dagspur erteilte am 3.10.1645, also noch im Dreißigjährigen Krieg, dem Flecken Schwalenberg das Privileg, drei feste Märkte
abhalten zu können. Dies waren der Johannis-Markt, der Michaelis-Markt und der Weihnachtsmarkt am 20. Dezember, wahlweise am 13. Dezember oder am Dienstag vor
Weihnachten. Hierbei handelte es sich um Krammärkte, die später zu Viehmärkten erweitert wurden.
Der erste Weihnachtsmarkt nach dem zweiten Weltkrieg fand übrigens am 15.12.1948 statt. Der Magistrat kündigte diesen an: „Zum ersten Mal seit Beendigung des Krieges
findet hier am Mittwoch, dem 15.12.1948, wieder der traditionelle Weihnachtsmarkt statt. Und wenn die Schausteller, die sich hierzu ansagten, erscheinen, dürfte es
einen vergnüglichen Tag für alle Besucher geben, zumal am Abend auf den Sälen auch wieder getanzt wird.“
