Schieder-Schwalenberg anno dazumal - kleines Häppchen Geschichte V
Dezember 1872: Streit um lippische Farben am Bahnhof Schieder
Bahntechnisch war Lippe lange sehr rückschrittlich und bekam erst 1872 mit der Linie Hannover – Altenbeken Anschluss an das Eisenbahnnetz.
Das waren nur rund 5,7 Kilometer vom Fischanger bis zum Noltehof (jeweils Grenze zu Preußen), an Wöbbel entlang. Wichtig war aber vor allem der Bahnhof in Schieder, dessen Einweihung 1872
relativ bescheiden erfolgte und von den Wöbbelern boykottiert wurde. Die standen der neuen Bahnlinie wegen der Hochwasserproblematik nämlich skeptisch gegenüber.
Auf dem Bahnhof wehte als Hauptfahne die deutsche Reichsfahne und nicht die fürstlich lippische Fahne. Das sorgte bereits für Ärger im Fürstenhaus.
Im Dezember stellte man dann fest, dass Schlagbäume und Laternenpfähle im preußischen schwarz-weiß und nicht im lippischen gelb-rot gestrichen waren.
Da hatten die Preußen die lippischen Eitelkeiten offensichtlich unterschätzt. Fürst Leopold III konnte sich mit den Farben überhaupt nicht anfreunden und ordnete einen Neuanstrich an. Die
Signalanlagen blieben allerdings aus verkehrssicherheitsgründen schwarz-weiß.
