Schieder-Schwalenberg anno dazumal - kleines Häppchen Geschichte IX
Vor 365 Jahren: Schwalenberg erhält das Recht zum Bierbrauen und sofort gab es Ärger
Am 7. Februar 1661, also vor 365 Jahren erhielt der Flecken Schwalenberg von Graf Hermann Adolf (Adolph/Adolpf) zur Lippe das Privileg zur Einrichtung eines Brauamtes, also das Recht, offiziell
Bier zu brauen, natürlich reglementiert. Da Schwalenberg zwischen Lippe und dem Bistum Paderborn aufgeteilt war, erfolgte etwas später auch die Erlaubnis aus Paderborn. Die Urkunde hierzu galt
lange Zeit als verschollen.
Das Braurecht sollte die wirtschaftliche Situation und die Nahrungsversorgung [sic!] verbessern.
Bereits am 19. März klagte Bürgermeister Hans Hagemeister über Didrich Töllen, der entgegen der Vorgaben, „in schimpflicher masen sein Bihr die mas für drey groschen“ verkaufte.
Dafür kam er „in die bürgerliche hafft auf das Thor“. Didrich Töllen wurde also in das Ratsgefängnis im „Glockenturm“, dem ehemaligen Stadttor gebracht. Nur weil er Bürgen benannte und sich auf Trunkenheit als mildernden Umstand berief, wurde er gegen Zahlung von 100 Schilling wieder freigelassen.
Aus der Brauzunft mit ihren Sonntagstrachten ging übrigens auch die Schwalenberger Trachtengilde hervor.
Heute zählt das handwerkliche Brauen der Schwalenberger Brauzunft zum immateriellen Kulturerbe der deutschen UNESCO-Kommission.
