Schieder-Schwalenberg anno dazumal - kleines Häppchen Geschichte XII
20. März 1891 - in Schieder wird Gottfried Reinhold Treviranus geboren
Am 20. März 1891, also vor 135 Jahren, wurde Gottfried Reinhold Treviranus in Schieder als Sohn des Domänenpächters Heinrich Treviranus geboren.
Treviranus wurde ein konservativer Politiker und als einflussreicher Netzwerker war er einer der engsten Vertrauten von Reichskanzler Brüning. Ab 1930 war Treviranus Reichsminister für die besetzten Gebiete, später Reichsminister ohne Geschäftsbereich und Reichskommissar für die Osthilfe sowie Verkehrsminister. Ihm wurde sogar zugetraut, einmal Reichskanzler zu werden.
Treviranus war von Anfang an Gegner der NSDAP, weshalb er auf deren Todesliste kam. Am 30. Juni 1934 entkam Treviranus nur knapp der Ermordung durch die Nazis. Im Sportdress sprang er über den Gartenzaun und flüchtete mit einem Auto vor den Nazis, die ihn mit fünf Schüsse zur Strecke bringen wollten. 1939 bürgerten die Nazis ihn aus. Über die Niederlande und Großbritannien kam er nach Kanada und in die USA. Später spielte er auch eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau Deutschlands, in das er 1949 im Rahmen der Umsetzung des Marshall-Plans zurückkehrte. Treviranus war auch als Zeuge in der sogenannten „Spiegel-Affäre“ um den damaligen Verteidigungsminister Franz-Josef Strauß involviert.
Vor 55 Jahren ist Treviranus in Italien gestorben. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Varenholz.
